Vienna Bites 2026 - Küche, Kultur & Charakter
Liebe Gäste, Freunde und Leser:innen,
Mein Name ist Ingeborg und ich arbeite seit dem Jahr 1988 im Austria Classic Hotel Wien. Wien steht heuer ganz im Zeichen der Kulinarik und das Motto ist „Vienna Bites – Küche, Kultur, Charakter“. Da fällt mir natürlich sofort ganz viel für einen neuen Blog ein! Folgen Sie mir bitte auf meiner kulinarischen Reise durch Wien – Wien ist nämlich zum Anbeißen!

Das Wiener Schnitzel
Zu den wahrscheinlich bekanntesten Speisen gehört mit Sicherheit das knusprige Wiener Schnitzel.
Hier ein paar Fakten (Quelle Google):
- Historischer Ursprung: Der Name tauchte erstmals um 1831 auf, festigte sich aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
- Italienische Verbindung (Legende): Oft wird behauptet, Radetzky habe das Cotoletta alla Milanese (panierte Koteletts) aus der Lombardei nach Wien gebracht. Historisch belegt ist dies jedoch nicht.
- Entwicklung: Die Zubereitung ist eine Weiterentwicklung panierter Fleischspeisen, die in Wien im 18. und 19. Jahrhundert populär waren.
- Original: Ein echtes Wiener Schnitzel ist aus Kalbfleisch. Wir Wiener essen dazu Erdäpfelsalat (Kartoffelsalat) und Zitronensaft macht die fettige Panade bekömmlicher. Manchmal gibt es Preiselbeeren dazu. Wir übergießen unser Schnitzerl niemals mit Sauce, das würde die knusprige Panade ruinieren!
Eine häufig gestellte Frage an der Rezeption „Wo gibt es in Wien das beste Schnitzel?“
Diese Frage ist schwer zu beantworten! Beim Befragen aller RezeptionistInnen hat jede und jeder etwas anderes geantwortet.
Hier eine Sammlung aller Empfehlungen. Die Preise gelten für ein Wiener Schnitzel vom Kalb mit Erdäpfelsalat und stammen direkt von den Speiskarten der Restaurants (Stand 09.03.2026). Es gibt natürlich auch die günstigeren Varianten mit Schweine- oder Hühnerfleisch, dann ist es aber ein Schnitzel Wiener Art und kein Wiener Schnitzel.
Im 1. Bezirk:
Figlmüller Euro 35,80 (klar, es ist touristisch, aber die wissen echt, was sie tun!)
Plachutta Gasthaus zur Oper Euro 32,80 (Empfehlung von lieben Stammgästen)
Im 2. Bezirk, in unserer Nähe:
Praterwirt Euro 32,-
Gasthaus Hansy Euro 28,40
Gasthaus Nestroy Euro 26,50
Mahlzeit Euro 24,-
Im 7. Bezirk:
Schnitzelwirt Neubaugasse – Preis unbekannt, da keine Speisekarte online zu finden ist (aber seit 50 Jahren eine echte Institution!!)
Im 11. Bezirk (beim Tor 1 des Wiener Zentralfriedhofs)
Concordia Schlössl (Mein persönlicher Favorit! Hier gibt es gerollte Schnitzel in vielen verschiedenen Variationen!) - Euro 24,98
Im 16. Bezirk
Gasthaus Nigls Euro 24,90 (etwas außerhalb im Randbezirk aber super liebe MitarbeiterInnen und große Auswahl an verschiedenen Schnitzelvariationen)

Fastfood in Wien
Ja natürlich haben wir in Wien auch Burger, Pizza und Kebab. Als schnellen Snack für Zwischendurch sind aber in Wien vor allem Würstel und Leberkäse sehr beliebt. Am Würstelstand trifft man auch oft herrliche Wiener Originale. Vor allem um´s Eck vom Hotel beim Mat´s Würstelstand. Mat hat bis 4 Uhr früh geöffnet und je später die Nacht, umso illustrer wird das Publikum! Da mischen sich hungrige Touristen unter leicht angetrunkene WienerInnen, essen Käsekrainer oder Frankfurter Würstel und trinken dazu ein Bier. Man ist schnell miteinander befreundet und der Wiener Würstelstandbesucher packt schnell seine besten Fremdsprachenkenntnisse aus und glänzt damit. Völkerverständigung funktioniert um 2 Uhr früh einfach perfekt!



Kaffee & Torten
Über die Kaffeehaustradition in Wien muss ich nicht mehr viel erzählen. Jetzt, wenn im Frühling die Temperaturen steigen, stellen viele Kaffeehäuser wieder die Schanigärten auf die Vorplätze. Woher der Name „Schanigarten“ kommt, können Sie hier nachlesen.

Festival rund um die Kulinarik
Mein Lieblingsfestival in Wien: Das Genussfestival im Stadtpark. Heuer von 8.-10. Mai 2026. Der ganze Stadtpark ist voller Stände mit heimischen Genussprodukten. Man kann sich einfach mit Getränken und Essen versorgen und auf einer der vielen Sitzbänke platznehmen. Oder man bringt von daheim eine Decke mit und macht es sich im Gras gemütlich. Bei schönem Wetter ein Traum.

Gulasch – ein Klassiker
Wenn man die Wiener Küche betrachtet, ist sie natürlich stark von der Ungarischen Küche beeinflusst. Manchmal koche ich für die MitarbeiterInnen des Hotels ein saftiges Gulasch und hier kommt mein persönliches Rezept zum Nachkochen:
Für 4 Portionen:
1 kg Gulaschfleisch (im Ganzen vom Rind)
1 kg gelbe Zwiebel
Öl, Tomatenmark, Paprikapulver (ich nehme edelsüß und scharf)
½ Liter Rindssuppe (frisch gemacht ist gut, ein Suppenwürfel tut es auch!)
getrockneten Majoran, 2 Lorbeerblätter, Kümmel ganz, Salz und Pfeffer
Zubereitung: Zwiebel fein schneiden und sehr, sehr langsam und geduldig in Öl anbraten. Das kann bis zu einer Stunde dauern. Die Zwiebel müssen süßlich sein und glasig. Währenddessen schneide ich das Fleisch in mundgerechte Stücke und brate sie am Ende ganz kurz mit den Zwiebeln mit an. Das Fleisch muss keine Farbe annehmen. Paprikapulver & Tomatenmark (das macht eine schöne Farbe) mitrösten, aber nur kurz, da es sonst bitter wird. Mit Suppe aufgießen, alle Gewürze dazu und dann darf das Ganze für mindestens 2 Stunden bei niedriger Temperatur kochen. Gegessen wird es erst am nächsten Tag, weil es aufgewärmt einfach besser schmeckt! Wie sagt der Volksmund: „Nur Gulasch schmeckt aufgewärmt besser!“
In diesem Sinne: Frohes Nachkochen und guten Appetit.
Mein persönlicher Tipp, wenn Sie das Gulasch nicht selbst kochen wollen: In unserem Bezirk gibt es das „Gasthaus zum Sieg“ in der Haidgasse 8. Ein uriges Wiener Beisl und es gibt dort ein perfektes Gulasch. Etwas anderes gibt es nicht, nur Gulasch!
Viel Spaß im Kulinarik-Jahr 2026 in Wien und lassen Sie es sich schmecken.
Ihre
Ingeborg









